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Neuer BMW i3- die richtige „i-dee“?

Projekt „i“ – ein kleiner Buchstabe, dem BMW viel Aufmerksamkeit und Geld schenkte: Zwei Milliarden Euro investierte der Fahrzeughersteller in die Erschließung einer neuen Produktionsnische. Elektroantrieb, Carbonkarosserie und das neuartige Antriebskonzept könnten für BMW wegweisend sein.

Angekündigt als „die Revolution der urbanen Mobilität“ feiert der kleine i3 in London, Peking und New York seine Weltpremiere. Der Grund für eine solche breit gefächerte Aufmachung steht laut Autobauer „für den globalen Lösungseinsatz für urbane Räume weltweit“. Dass dieses Auto eine übergreifende Neuerung darstellt, ist unübersehbar – neuartige Optik, mit neusten Techniken konstruiert und darüber hinaus mit moderner Vertriebsweise.

Was ruht da im Maschinenraum?
Für den Antrieb sorgt eine E-Maschine, die in der Lage ist 170PS zu generieren. Mit deren Hilfe beschleunigt das 1195kg schwere Fahrzeug in 7,2 Sekunden auf Landstraßentempo – der Vortrieb endet erst bei 150km/h. Ein Schalten der Gänge ist hier nicht von Nöten – der Kleine besitzt lediglich ein Ein-Gang-Getriebe mit dem die Hinterräder angetrieben werden. All dies ist via Lithium-Ionen-Akkupaket möglich, das eine Speicherkapazität von 22kWh aufweist. Dieses ist auf dem Fahrzeugboden, dem sog. Drive-Modul befestigt, welches aus 2 Aluminiumprofilen gefertigt ist. Auf diesem baut dann das Life-Modul auf – die Karosserie aus Kohlefaser-Verbundstoff. Darauf ist dann die würfelförmige Fahrerkabine montiert, die komplett aus Carbon besteht – eine Weltneuheit.

Komfort im Mini-Elektriker?
Auf insgesamt 4 Metern Länge bietet der i3 danke der Unterbringung der Antriebs- und Fahrwerksteile im Fahrzeugboden erstaunlich viel Platz für einen Viersitzer. Ohne Mittelkonsole und Gangschaltung ist die Mitte des Fahrzeugs offen, eine Barriere verschwunden. Ein Lenkrad ist aber noch geblieben – es ist dünner als bei herkömmlichen Autos, das Ein-Gang-Getriebe wird per Schalter an der Lenksäule bedient. Des weiteren ist in der Mittelkonsole ein Bordcomputer in Form eines zentralen Bildschirms zu finden, dem es an Moderne und Brillianz keinesfalls fehlt. Ein weiteres Novum dieser Klasse: Ökologische Materialgestaltung. Konsolen aus Eukalyptusholz ohne chemische Bearbeitung, Sitze aus lederbezogenen, zum Teil recycelten PET-Flaschen, Türverkleidungen aus den Fasern der Kenaf-Pflanze und die Wolle neuseeländischer Schafe als Sitzbezüge.

Gewicht ist alles
Gewichtsersparnis steht bei jeder neuen Fahrzeuggestaltung auf dem Zettel – die BMW Ingenieure haben es jedoch auf die Spitze getrieben und sich das Leitmotiv „weniger Gewicht ist mehr“ deutlich zu Herzen genommen. Die Sitze sind dünner, sämtliche Hebel kürzer, ein Griff zum Schließen der Türen ist gänzlich entfallen – deren Aufgabe übernehmen Griffmulden in den Türen. Öffnet man den Motorraum, so gibt es keine Kunststoffabdeckungen, sondern dünne Stoffnetze.

Springen Sie auf?
Um dieses Neuzeitwunder fahren zu können, kann ab November einen Grundpreis von 34.950€ zahlen. Weitere Zusatzausstattungen wie Navigationssystem, Sitzheizung oder LED-Scheinwerfer müssen extra geordert werden. Als Reichweite gibt BMW ca. 130-160 Kilometer an, bietet zudem für 5.000Euro einen sog. „Range Extender“, einen Reichweitenverlängerer, an. Das ist ein 34PS starker Zweizylinder mit stolzen 647 Kubikzentimeter, der die Akkus während der Fahrt aufladen kann. Damit erhöht sich die Reichweite auf 300 Kilometer. Leere Akkus können an insgesamt 3.800 öffentlichen Stationen aufgeladen werden.
Dabei verfolgt BMW einen ganzheitlichen Ansatz: Vom ersten Produktionsschritt bis zum Fahren auf öffentlichen Straßen ist ökologische Verträglichkeit und größtmögliche Effizienz der leuchtende Stern unter dem der i3 steht.

Ist der i3 also eine Sternschnuppe die schnell verglüht oder ein ewig leuchtendes Licht am Himmel der revolutionierten Automobilindustrie? Entscheiden Sie selbst!

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