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Tipps für den Gebrauchtwagenkauf

Nun steht sie an – die Anschaffung eines neuen Fortbewegungsmittels. Ob für Reisen, den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen – nichts eignet sich zu diesen Zwecken besser, als ein eigenes Auto. Sei es auf Grund der enormen Flexibilität oder der gesteigerten Eigenständigkeit, die so ein Kfz mit sich bringt. Attraktiv für die meisten ist heute ein Gebrauchtfahrzeug – noch nie war das Angebot größer als heute und gibt deshalb großen Anlass zur Skepsis! Auf jedem Markt gibt es gute Ware und ebenso viele schwarze Schafe, auf die es zu achten gilt. Ein Auto ist heutzutage schnell zu finden! Viele Internetanbieter wie „mobile.de“ oder „autoscout24.de“ bieten dem Nutzer kostenlose Inserate und mannigfaltige Möglichkeiten, ein Auto ganz nach seinem Wunsch unter den vielen darin enthaltenen Angeboten zu finden.

Wie sich ein solcher Auto kauf gestaltet, kann in den folgenden 4 Punkten festgehalten werden:

1.Die Suche

2.Die Kontaktaufnahme

3.Die Probefahrt

4.Der Kauf

Lassen Sie uns einen Autokauf zusammen durchgehen!

1.Die Suche

Beginnen Sie mit der Suche Ihres Wunschautos auf den einschlägigen Internetportalen. Der Grundsatz hier lautet: Je mehr Informationen Sie angeben, desto größer ist die Auswahl an Fahrzeugen, die Ihrer Vorstellung entsprechen. Sind es nach einer solchen Eingrenzung immer noch zu viele Angebote? Grenzen Sie einfach das Suchumfeld mit Hilfe der Postleitzahl und des Umkreises an – die wenigsten möchten von Flensburg nach München reisen, um ihren neuen Gebrauchten zu testen. Wichtig: Setzen Sie sich nicht unter Druck! Der Gebrauchtwagenmarkt ist groß und bietet für jeden Anspruch und jeden Geldbeutel das passende Fahrzeug. Sind Sie also mit einer Auswahl nicht zufrieden, verändern Sie die eingegebenen Informationen oder grenzen Sie sogar noch weiter ein, bis Ihr Traumauto auf dem Bildschirm erscheint.

2.Die Kontaktaufnahme

Ist ein passendes Fahrzeug in die engere Wahl gekommen, gilt es den Verkäufer zu kontaktieren – die geschieht heute entweder via Email oder Telefon. Hierbei ist zu beachten, schon einmal im Vorfeld sämtliche wichtige Daten, wie z.B.: Baujahr, Laufleistung, evtl. Unfälle oder den angegebenen Preis, ab zu gleichen. Treten Unstimmigkeiten in den Angaben auf, ist höchste Vorsicht geboten – einen manipulierten Wagen will niemand fahren. Verabreden Sie einen Tag, an dem beide Parteien genügend Zeit aufbringen können, um eine ausgiebige Testfahrt zu gewährleisten. Kaufen Sie auf keinen Fall überhastet – in der Ruhe liegt die Kraft.

3.Die Probefahrt

Sollte es sogar zu einer abgesprochenen Probefahrt kommen, kommt nun die größte Arbeit auf Sie zu. Wichtig ist es, dem Verkäufer möglichst viele Fragen über das Auto zu stellen – er muss schließlich vieles über sein Gefährt wissen.

Ist die Laufleistung korrekt?

Um dies zu prüfen, ist ein Scheckheft immer hilfreich – dort sind Kilometerstand und Wartungsarbeiten genauestens dokumentiert. Ein lückenloses Serviceheft garantiert die regelmäßige Wartung der Maschine. Wann wurde der letzte Öl- oder Bremsflüssigkeitswechsel durchgeführt? Wurde regelmäßig technisch gepflegt? Ein Blick in den Innenraum kann auch hilfreich sein. Passen der Verschleiß der Sitze, des Schaltknaufs oder des Lenkrades zur bestehenden Laufleistung? Sind die Pedale abgenutzt und wie verbraucht scheint der gesamte Innenraum? Sollten hier keine Unstimmigkeiten vorhanden sein, kann dieser Punkt schon abgehakt werden.

Wie sieht das Fahrzeug von außen aus?

Nun gilt es, das Äußere zu begutachten. Ist das Lackkleid in Takt? Gibt es offensichtliche Schäden, die in der Anzeige keine Erwähnung fanden oder kann ein verschwiegener Unfall aufgedeckt werden? Wer mittels Magnet gespachtelte Stellen entdeckt, kann auch die Spaltmaße an Türen und Klappen des Fahrzeugs zusätzlich überprüfen. Sind diese ungleich oder schief, so kann von einem vorherigen, ausgebessertem Unfall ausgegangen werden. Achten Sie auch auf den allgemeinen Pflegezustand – ein gepflegter Wagen wurde auch vorsichtig bewegt und regelmäßig gewartet. Schwachpunkt Windschutzscheibe: gibt es größere Steinschläge, die beim nächsten großen Schlagloch einen Riss in der Scheibe bedeuten?

Wie gut ist die Technik des Fahrzeugs?

Das wichtigste: hat die Technik des Wagens noch Zukunft? Ein Blick unter den Boden des Kofferraums verrät viel über die Vergangenheit – Stichwort Bordwerkzeug! Ist alles noch vorhanden und unbenutzt, so hatte das Kfz eine pannenfreie Vergangenheit. Ist der Abschlepphaken bspw. rostig, so ist von einem Totalausfall des Fahrzeugs aus zu gehen – fragen Sie nach! Wirft man einen Blick in den Motorraum, können Sie Betriebsflüssigkeiten wie Kühlflüssigkeit oder Ölstand kontrollieren. Ziehen Sie den Peilmessstab, um den Betriebsstoff zu checken. Schrauben Sie auch den Öldeckel ab – haftet Schleim an der Innenseite, so ist von Wassereinlagerungen im Öl und somit von einem bereits bestehenden oder baldigen Motorschaden aus zu gehen. Auch Waschzettel im Motorraum sagen dem evtl. Käufer etwas über den letzten Betriebsflüssigkeitenwechsel. Starten Sie dann den Motor und achten Sie auf ein sauberes Starten, auf Nebengeräusche (pfeifende Lager oder eine jaulende Lichtmaschine) oder auf die Laufruhe des Motors. Um bald entstehende Wartungskosten aus zu schließen, sollten Sie nach einem evtl. Zahnriemenwechsel fragen. Dieser ist in der Regel alle 80.000km fällig und nur durch immensen Geldeinsatz durchführbar. Gehen Sie anschließend um das Auto herum und sehen Sie sich die Reifen an – ist ein gleichmäßiges Laufbild zu attestieren? Ist der Gummi bereits porös oder rissig? Um das Alter des Reifens fest zu stellen, befindet sich die sogenannte DOT-Nummer an der Flanke des Pneus – DOT 3407 bedeutet z.B., dass der Reifen in der 34. Woche 2007 hergestellt wurde. Ein Blick hinter den Reifen zeigt Bremsklötze und Bremsscheiben – befinden sich diese an der Verschleißgrenze? Ist der Technikcheck erledigt, beginnt die Probefahrt.

Probefahrt

Nun ist es an der Zeit, sich mit der Fahrtechnik ihres baldigen Autos bekannt zu machen und auf Tuchfühlung zu gehen – schließlich will niemand die Katze im Sack kaufen. Leuchten innerhalb der Instrumentenkombi Warn- oder Serviceleuchten auf, wenn das Fahrzeug gestartet ist? Treten Sie während der Fahrt ruhig länger die Kupplung, um eventuelle Nebengeräusche wie defekte Radlager deutlicher hören zu können. Prüfen Sie, ob das Lenkrad gerade steht, checken Sie den Geradeauslauf und die Bremsen. Um das Fahrwerk zu kontrollieren, fahren Sie einfach über Kopfsteinpflaster oder Schlaglöcher – ist kein Poltern zu hören, sind Vorder-/Hinterachse und deren Bestandteile fest miteinander verbunden. Selbst die Kupplung kann ein Laie auf Haltbarkeit prüfen – dazu einfach im Stand den zweiten Gang einlegen und Kupplung kommen lassen. Sollte der Motor nicht ausgehen, ist die Kupplung verschlissen und bedarf einer Erneuerung. Dann ist es wichtig, die Features des Autos zu überprüfen. Drücken Sie sämtliche Knöpfe und Schalter, die Ihnen zugänglich sind. Fensterheber, Heizungsbedienung, Soundanlage oder die Klimaanlage sollten auf Funktion überprüft werden. Steht alles in Funktion, steht der Verhandlung nichts entgegen. Alles in Allem ist es trotzdem empfehlenswert, das Auto im Rahmen einer Probefahrt bei der Dekra, beim TÜV oder der Werkstatt seines Vertrauens vor zu stellen und durchchecken zu lassen.

4.Der Kauf

Grundsätzlich gilt: bei festgestellten Mängeln muss verhandelt werden. Entweder realisiert sich dies in einem Preisnachlass oder in der Reparatur bis zum Übergabezeitpunkt. Lassen Sie bei der Preisverhandlung alle Erlebnisse und Eindrücke der Probefahrt einfließen und vergleichen Sie dies mit dem geforderten Preis (schließlich soll dem Kaufpreis ein reeller wirtschaftlicher Gegenwert gegenüberstehen). Ein Tipp: treten Sie dem Verkäufer mit den angezeigten Mängeln nicht auf die Füße. Autofahrer entwickeln über die Jahre hinweg eine Art Beziehung zum Fahrzeug und könnten dies als Beleidigung hinnehmen – eine wohlwollende Preisverhandlung ist auf dieser Basis nicht mehr möglich. Schließen Sie sodann bei Kaufentschluss einen Kaufvertrag – Formverträge finden Sie auf allen einschlägigen Gebrauchtwagenbörsen.

Sollten Sie diese Tipps beachten und mit offenen Augen in den Autokauf einsteigen, hindert Sie nichts daran, einen guten Gebrauchten bald Ihr Eigen zu nennen. VIEL GLÜCK!

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