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Der neue C 450 AMG – Benz´sche Mogelpackung?

Die neuzeitliche Modellbezeichnung vieler Fahrzeughersteller führt bei landläufiger Betrachtung immer wieder zu Verwirrungen. Wurde beim BMW E38 740i mit der „40“ im Namenskürzel Hubraum-seitig sogar untertrieben (unter der Haube verbarg sich nämlich ein 286 PS starker 4,4-Liter-Achtzylinder), wird beim heutigen BMW F20 M135i mit der „35“ stark übertrieben (statt der vermuteten 3,5 Liter Hubraum werkelt unter der Haube ein 3-Liter-Sechszylinder).

Was sich BMW aneignete, setzt nun auch Mercedes-Benz um. Der neu vorgestellte C 450 AMG 4matic besitzt beispielsweise keine 4,5-Liter-Maschine und ist prinzipiell auch kein waschechter AMG. Was es mit dieser Modellbezeichnung aus sich hat, erfahren Sie jetzt.

Der perfekte Zwitter?

Die neue Sparte der AMG-Sportmodelle schließt die Lücke zwischen den alltagsorientierten Serienmodellen und den preisintensiven AMG-Varianten.

Hauptverantwortlicher für das Kürzel „AMG“ ist in der hier gezeigten C-Klasse ein 3-Liter-V6-Biturbo-Aggregat, welches maximal 367PS auf alle vier Räder verteilt – damit ist er der bislang stärksten C-Klasse ganze 34PS voraus.

Wer möchte, lässt die roten Tachonadeln bis zu abgeregelten 250km/h hochschnellen – dem Gentleman´s Agreement sein Dank. Die Helfer dieser Orgie aus Adrenalin, Geschwindigkeit und G-Kräften sind ordentlich Ladedruck, 520Nm, der 4matic genannte Allradantrieb und die 7G-Tronic. Tempo 100 wird somit aus dem Stand innerhalb von 4,9 Sekunden erreicht.

AMG befindet sich jedenfalls unter dem Blechkleid: Viele Fahrwerksteile wurden vom aktuellen AMG-Modell übernommen. EinIndiz für übersteuerndes Mitlenken der Hinterachse: Der Allradantrieb wird zu 33% an die Vorderachse, zu 67% an die Hinterachse geschickt. Die 360mm und 320mm große Bremsanlage sorgen bei flottem Tempo für eine ebenso rasante Verzögerung.

Auch außen zeigt er sich im sportlicheren Dress: Die Frontschürze besitzt markante Lufteinlässe, die Heckschürze hingegen einen auffälligen Diffusor-Einsatz sowie eine bereits im Stand sportlich wirkende, vierflutige Abgasanlage. Der Einsatz von Hochglanzschwarz und Silberchrom sowie 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen verleihen ihm das deutliche optische Abheben vom Serien-C-Modell. Optisch gelungen!

Innen setzt sich dieser Anspruch fort. Das schwarze Innere sorgt mit dem roten Zierrat für einen gelungenen Kontrast. Aluminium mit Längsschliff, Sportsitze und ein dreispeichiges Sportlenkrad mit Multifunktion schlagen die Bresche zwischen Komfort und Sportlichkeit.

AMG-Siegel ohne AMG-Preis

Die Preise der sowohl als Limousine als auch als Kombi erhältliche C 450 AMG 4matic beginnen bei 59.976 Euro für die Limousine, das T-Modell beziffert Mercedes mit mindestens 61.642 Euro. Günstiger als ein „echtes“ AMG-Modell ist er allemal, den Geist eines bollernden V8 vermag er jedoch nicht zu vermitteln.

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